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Zukunftskonferenz

Nach dem klassischen Modell gestalten in einer Zukunftskonferenz 40 bis zu 72 Personen die Zukunft ihrer Organisation. Im Zentrum steht eine Zeitreise: Vergangenheit wird aufgearbeitet, Gegenwart resümiert, Zukunft geplant. Sechs Aufgaben werden wechselnd in Kleingruppen und im Plenum gelöst. Zukunftskonferenzen sind ein probates Werkzeug, wenn die Ziele einer Organisation oder ein strategisches Thema ausgestaltet werden sollen. Am Ende von zweieinhalb Tagen stehen konkrete Maßnahmen und neu motivierte Mitarbeiter.

Basierend auf dem frühesten Konzept der Zukunftskonferenzen, der Future Search Conference des australischen Wissenschaftler-Ehepaares Emery, entwickelte Marvin Weisbord in den 80er Jahren sein eigenes Konzept von Zukunftskonferenzen, das der hier vorgestellten Praxis zu Grunde liegt. Entscheidend ist die Beachtung der grundlegenden Prinzipien: Mobilisierung zielorientierter Energie durch Partizipation, simultanes Planen und Umsetzen auf breiter Basis, gestärktes Gemeinschaftsgefühl durch Identifikation und die Nutzung der Fähigkeiten jedes Teilnehmers.

Zielrichtung:
von den Teilnehmern sollen gemeinsame Zukunftsbilder für die Organisation entworfen werden, verbindliche Ziele gesetzt und Maßnamen entwickelt werden.

Teilnehmerzahl: 40 bis 72

Durchführung:
Schritt 1: die Teilnehmer blicken in die vergangenen zwei, drei Jahrzehnte der Organisation, sammeln ihre Erinnerungen auf "Zeitlinien", die als Papierstreifen an den Wänden hängen, und interpretieren sie anschließend in Kleingruppen.

Schritt 2: Auf einer großen Mind-Map werden gegenwärtige externe Entwicklungen und Ereignisse zusammengetragen, so das eine "Landkarte" der Kräfte, die die Zukunft des Unternehmens beeinflussen, entsteht. Kleingruppen widmen sich u. a. den Fragen: Was ist unsere heutige Antwort auf diese Entwicklung bzw. auf dieses Ergebnis? Was sollte unsere künftige Antwort sein?

Schritt 3: Die Gruppen entwerfen ein Bild einer idealen Zukunft, die strategisch passt und ihren Werten entspricht. Ihre Ergebnisse präsentieren sie im Plenum.

Schritt 4: Die Gruppen-Präsentationen werden verglichen. Weiterzuverfolgen sind nur Ziele, die die Zustimmung eines jeden Teilnehmers finden.

Schritt 5: Maßnahmen werden vereinbart.

Auf einer Zukunftskonferenz begeben sich 30 bis zu mehreren Hundert Mitarbeiter einer Organisation gemeinsam auf eine zweieinhalbtägige Zeitreise: Sie arbeiten die Vergangenheit auf, resümieren die Gegenwart und planen die Zukunft. Im Plenum und in homogenen oder gemischten Gruppen werden sechs Aufgaben in Angriff genommen: Die erste, der Blick in die gemeinsame Vergangenheit mit allen Höhen und Tiefen, erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl. Die Analyse der Gegenwart sensibilisiert für den Wandel, stärkt den Tatendrang zur Veränderung und das kollektive Verantwortungsbewusstsein. Im nächsten Schritt sind Fantasie und Intuition gefordert, denn die Teilnehmer sollen zwei Zukunftsbilder entwerfen, ein visionäres und ein realistisches.

Das ist der emotionale Höhepunkt der Konferenz, denn er stimuliert Lust auf Zukunft und Willen zur individuellen Produktivität. Die vorletzte Aufgabe besteht im Herausarbeiten der gemeinsamen Zielvorstellungen, ohne Unterschiede zu verschweigen. Damit ist die Voraussetzung für die Maßnahmenplanung geschaffen. Homogene Gruppen (z. B. Abteilungen) erarbeiten, was sie tun wollen, um die gemeinsamen Ziele zu verwirklichen.

Die Konferenz fordert den kreativen Einsatz des Einzelnen. Deshalb ist sie auch bewusst spielerisch und multimedial gestaltet. Der respektvolle, Umgang untereinander färbt auf die Organisation ab. Es entsteht eine gemeinschaftliche Atmosphäre und ein Drang zu Veränderung. Wenn Veränderung von allen gemeinsam erarbeitet wird, dann wird sie von einem Störfaktor zu einem akzeptierten Bestandteil der Arbeit. Die erweckte Energie wird produktiv im Sinne der Organisation umgesetzt.

Auf diesem Weg werden langfristige Pläne oder Strategien mit Hingabe erfüllt. Jeder Einzelne kann seine Verantwortung für das Ganze wahrnehmen. Kooperationen entstehen über Organisationsebenen hinweg. Externe Partner liefern wertvolle Informationen und Firmen, die gerade fusionieren, finden leichter zueinander.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Prinzipiell gilt: Zukunftskonferenzen greifen dort, wo langfristige Ziele für eine Organisation oder die Zukunft eines strategischen Themas geplant werden müssen.

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