Open Space
Open Space ist die freieste aller hier dargestellten Großgruppen-Moderations- Methoden. Die Führungsspitze gibt ein Thema vor, den Rest entwickeln die Teilnehmer in Freiwilligengruppen. Voraussetzungen dafür ist: Die Organisation besitzt die Fähigkeit, auch nachher Platz für weiterführende Maßnahmen zu lassen. Open Space kann angewendet werden zur Mobilisierung, zur Planung von Zielen, Neuorientierung und Reorganisation, Kundenorientierung, Führungskultur und ähnlichem mehr. Eine Open Space-Konferenz dauert zwischen zwei und vier Tagen.
"Open Space" ist eine Konferenz-Methode aus den 80er Jahren. Sie wurde seitdem kontinuierlich weiter entwickelt und ist eng mit dem Namen des US-Unternehmensberaters Harrison Owen verbunden.

"Open Space" zeichnet sich durch seinen einfachen wie eleganten Ansatz aus: Wenn Mitarbeiter freiwillig an der Lösung dringender Probleme mitarbeiten und wenn sie die Möglichkeit erhalten, den Prozess mitzugestalten, dann sind sie auch bereit, ihre Erfahrungen und Kompetenzen in vollem Umfang einzubringen.

Zielrichtung:
Durch Aktivierung vieler Personen und deren selbstständiger Arbeit sollen in kurzer Zeit Lösungen für komplexe Fragen erarbeitet werden.

Teilnehmerzahl: 10 bis über 1000

Durchführung:
Für die Veranstaltung gibt es kein Programm, sondern nur ein Generalthema, das der Moderator zu Beginn vorstellt. Der Moderator animiert die Teilnehmer dazu, Unterthemen zu benennen, die ihnen besonders am Herzen liegen, und Workshops zu ihren jeweiligen Anliegen zu veranstalten. Jeder der will, kann einen Workshop einberufen, und alle haben die Freiheit, an denjenigen Workshops mitzuarbeiten, die sie interessieren. Die Workshop-Initiatoren verfassen i.d.R. Berichte über die Workshop-Resultate. Diese werden für alle kopiert, so dass für jeden Teilnehmer ein Konferenzbuch mit gebündelten Ergebnissen entsteht. Im Plenum ermittelt der Moderator mittels Punktabfrage die "Top-Ten" unter den Berichten. Die dort beschriebenen Anliegen, Themen und Lösungsansätze werden in der Organisation nach der Konferenz verstärkt weiterverfolgt.

Engagement ist eng gekoppelt an Freiwilligkeit und Selbstverantwortung.

Eine "Open Space"-Konferenz dauert zwei bis vier Tage und ist für 10 bis 750 Personen konzipiert. Die Organisationsführung gibt den Teilnehmern lediglich ein Generalthema vor. Ansonsten gibt es nur wenige Konferenzregeln. Die Beteiligten bestimmen selbst den genauen Ablauf. Auf diese Weise steht ihnen genug Raum zur Verfügung, kreativ und produktiv zu sein. Sie arbeiten hauptsächlich in Gruppen. In den abendlichen Plenumssitzungen können sie den bisherigen Verlauf der Konferenz reflektieren, Kritik und Wünsche äußern.

Zu Konferenzbeginn setzen sich die Mitwirkenden in einen großen Stuhl-Kreis und sammeln brennende Themen, die zum vorgegebenen Rahmen passen. Anschließende bilden sie auf freiwilliger Basis Arbeitsgruppen zu den jeweiligen Themen. Wenn ein Teilnehmer spürt, in einer Gruppe genug gelernt zu haben oder die Gruppe nicht mehr weiter bringen zu können, dann kann er zu einer anderen wechseln. Auf diese Weise wird seine Energie, sein Engagement und seine Kreativität auf hoher Flamme gehalten.

Jede Gruppe stellt ihr Ergebnis dem Plenum in Form eines Reports zur Verfügung. Die Teilnehmer stimmen über die zehn wichtigsten Ergebnisse ab. Die für die Top Ten zuständigen Arbeitsgruppen planen, wie sie welche Maßnahmen im Arbeitsalltag umsetzen wollen.

Auf diese Weise erklären sich bestimmte Mitarbeiter für konkrete Maßnahmen im Arbeitsalltag verantwortlich und es bilden sich neue Netzwerke. Aus der "Open Space"-Konferenz geht zudem ein merklicher Energieschwung hervor. Die Teilnehmer zeigen Initiative und Mut, der auch auf nicht Anwesende abfärbt. Sie sind bereit, die Organisation mit zu gestalten.
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