Welche Faktoren hemmen Kollektive Intelligenz?
Argumentieren und Diskutieren
Ein steter Schlagabtausch von Argumenten und Gegenargumenten bringt selten Originelles hervor. Meist führt er nur zur Verhärtung der Fronten.

Rechthaberei und Schuldzuweisung
Wo Probleme auftauchen, wird fast automatisch nach Schuldigen und Fehlverhalten in der Vergangenheit gefahndet. Versuche, Recht zu behalten und gut da zu stehen, können jegliche Energie aufbrauchen, sich konstruktiv mit der Gegenwart auseinander zu setzen.

Starre Problemdefinition und darauf fixierte Lösungssuche
Vielschichtige Probleme erfordern Richtungs- und Perspektivenwechsel, um Zusammenhänge zu erkennen und zur Ursachenebene vorzudringen. Festschreibungen der Problemlage begrenzen auf Symptombehandlung.

Gefühle und Gedankengänge wahrnehmen
Die Beobachtung der eigenen Gefühle und Gedanken unterbricht den Automatismus von Reiz - Gefühl/Gedanke - Reaktion. Eingefahrene Gleise können erkannt und verlassen werden.

Gedanken und Gefühle bewerten
Bewerten im Sinne von gut oder schlecht, richtig oder falsch schafft Freunde und Feinde, bildet Lager. Dieses Urteilen weckt die Angst, verurteilt zu werden. Und Angst blockiert Kreativität.

Widerstände und Konflikte unterdrücken
Wenn Widerstände und offen ausgetragene Konflikte unerwünscht sind, bleibt nicht nur ihr oft beträchtliches kreatives Potenzial unerschlossen, sondern es entfaltet sich im Untergrund auf sabotierende und destruktive Weise.

Aktionismus
Vor der Umsetzung kommt die Idee. Während die Umsetzung die Macher braucht, erfordert das Finden neuer Lösungen, Spannung aufzubauen und auszuhalten. Ideen "machen" zu wollen, ist ein Ausweichen vor der für Durchbrüche nötigen Spannung.

Perfektionismus
Wenn jede aufkommende Idee sofort und nur auf ihre Fehler und Schwächen überprüft wird, lähmt dies einen natürlichen Entwicklungsprozess. Spontaneität und Unsicherheit gehören zum Prozess der Selbstorganisation, der einem eigenen Rhythmus folgend von sich aus neue, höhere Ordnung hervorbringt, dazu.
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