Dynamic Facilitation
Die Moderationsmethode Dynamic Facilitation unterstützt in idealer Weise die Nutzung der kollektiven Intelligenz von Teams und Arbeitsgruppen mit 3 bis ca. 20 Teilnehmern. Sie hat sich besonders bei der Lösung unlösbar erscheinender Probleme vielfach bewährt.

Aus der modernen Kognitionsforschung ist bekannt, dass das Denken kreativer Menschen hochgradig sprunghaft, nicht linear und assoziativ ist. Dynamic Facilitation ist ein Moderationsansatz der trotz (oder wegen) seiner einfachen und sehr klaren Struktur einen Rahmen schafft, in dem die Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt ihren Impulsen folgen können und das gemeinsame Denken nicht in die Ablauflogik linearer Problemlösungsansätze gezwungen wird.

Die wichtigste Rolle des Moderators ist dabei die eines „entschlossenen Zuhörers“ der sicherstellt, dass jede Stimme in der Gruppe vollständig gehört wird. Er kann auch aktiv intervenieren, um einen unfruchtbare Schlagabtausch zu unterbrechen und zu gewährleisten, dass jede Seite ihre Perspektive vollständig und ohne Unterbrechung darlegen kann. Begleitend hinaus erstellt der Moderator eine Art „Themen-Landkarte“ auf der alle Teilnehmerbeiträge für alle sichtbar aufgezeichnet werden.

Während des gesamten Prozesses werden Lösungsideen gesammelt, Bedenken werden daneben (und nicht dagegen) gestellt und möglicherweise wird auch die ursprüngliche Problemstellung in einen ganz neuen Kontext gerückt. Dabei zielt Dynamic Facilitation nicht auf Kompromisse oder eine Entscheidung zwischen verschiedenen Lösungsansätzen, sondern auf Durchbrüche im Denken. Das Ende des Prozesses ist erreicht, wenn die Lösung offensichtlich wird und es zu einem gemeinsamen „Aha-Erlebnis“ kommt, bei dem alle wissen: „Das ist es“. Eine formelle Entscheidung über das weitere Vorgehen wird damit im Allgemeinen überflüssig.

Dynamic Facilitation eignet sich besonders für:
- Meetings, die sich um ein schwieriges, „großes“ Thema wie strategische Planung, eine Krise oder ein scheinbar unlösbares Problem drehen
- Meetings, bei denen es darauf ankommt, die wirklich beste Lösung für ein Problem zu finden
- Meetings bei denen es wichtig ist, dass die Umsetzung der gefundenen Lösung von allen Beteiligten mitgetragen wird
- Meetings, in denen es um konfliktäre und mit persönlichen Werten behaftete Themen geht
- und last but not least auch für „ganz normale“ Meetings.
DF füllt in idealer Weise die Lücke zwischen der Nutzung kollektiver Intelligenz in Großgruppenprozessen und der Anwendung in Bezug auf Einzelpersonen mit Hilfe des „Inneren Teams“. Dies ermöglicht es einer Organisation, in einem überschaubaren Rahmen Erfahrungen mit kollektiver Intelligenz zu sammeln und erste „Anwendungsinseln“ zu schaffen, die in andere Organisationsbereiche ausstrahlen.

Literatur

Rosa Zubizaareta: Introduction to Dynamic Facilitation www.
Matthias zur Bonsen: Dynamic Facilitation – ganz anders moderieren. Manager Seminare Heft 84, März 2005.
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